Folge 99: „Gelebte Demokratie pur“ - Gen Z und die Zukunftsfrage

Shownotes

Politik unter permanentem Zeitdruck: Schnellere Kommunikationswege und eine immer komplexere Welt erhöhen den Zwang, unmittelbar auf Ereignisse zu reagieren. „Die Notwendigkeit zu reagieren hat enorm zugenommen“, sagt Politikwissenschaftler Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte.

Während Abwarten in der Spitzenpolitik auch Raum für überlegte Entscheidungen schaffen kann, wächst zugleich die Gefahr des Stillstands. Gerade junge Menschen wollen das nicht hinnehmen und machen aktuell auch hier in Deutschland mit Demonstrationen auf ihre Zukunftssorgen aufmerksam. Korte trennt dabei friedlichen Protest klar von späteren gewalttätigen Ausschreitungen.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die junge Generation Demokratie aktiv mitgestalten kann. „Sich für die eigenen Bedürfnisse einzusetzen, ist gelebte Demokratie pur“, sagt Korte. Warum Zukunftsangst, soziale Gerechtigkeit und das Gefühl, politisch nicht gehört zu werden, für junge Menschen eine große Rolle spielen, darüber sprechen Korte & Rink in der neuen Folge.

Korte & Rink live: Am Dienstag, 24. November (20 Uhr), sind wir zusammen mit Kabarettist Lars Reichow im Staatstheater Mainz zu Gast. Anmeldung per E-Mail an Chefredaktion@vrm.de unter Angabe der Namen.

Ein Angebot der VRM.

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Audio VRM: 99 Folgen Korte und Ring. Herzlich willkommen Herr Korte, dass Sie auch heute wieder Zeit haben für unseren VHM-Podcast Korte und Ring. Ich freue mich, dass Sie als hochdekorierter Professor Doktor Doktor Doktor nicht nur heute für mich Zeit haben, sondern Herr Korte, auch schon jetzt die 99. Folge mit mir ausgehalten haben.

Kalle Korte: Das ist wirklich eine große Herausforderung. Herzlich willkommen, dass wir das so lange zusammen machen. Und 99 klickt natürlich auch anspruchsvoll, weil man natürlich die 100 erreichen möchte. So eine Herausforderung finde ich bei so einer Zahl. Ich weiß nicht, es gab ja auch Herausforderungen, denen sie sich nicht gestellt haben. Beispielsweise, wenn ich daran denke, dass Friedrich Merz ja eine eigene Orchidee gewidmet bekommen hat. Haben Sie schon mal eine eigene Blume gewidmet bekommen mit Ihrem Namen, die dann irgendwie Dennis Ring als Pflanze heißt?

Audio VRM: Noch nicht, Herr Korte, aber an alle, uns entweder zuhören oder auch an Sie direkt adressiert, es gibt ja noch eine Woche Zeit bis zur hundertzehn Folge.

Kalle Korte: Okay, ja. Und welche Blume wäre das dann bei Ihnen?

Audio VRM: Soll ich Ihnen jetzt den Gag mit dem Kaktus vorwegnehmen? Oder?

Kalle Korte: Nein, Aber...

Audio VRM: Nein, es wäre eine zauberhaft warmherzig blühende Rose mit geringfügig ausgebildeten weichen Dornen.

Kalle Korte: Das klingt ja wirklich gefühlspolitisch. Geradezu hätte ich ihn gar nicht zugetraut. Schon beeindruckend.

Audio VRM: Was wäre denn Ihre Blume, Herr Korte?

Kalle Korte: das sage ich jetzt nicht. Aber was, was Sie können Sie alle überlegen, die zu mir passt. Aber was typisch war für Journalisten wieder, für Ihre Kolleginnen und Kollegen im Blick auf die Asienreise war ja, wie kann man überhaupt so lange nach Asien fahren, wenn so vieles unerledigt ist in Deutschland? Ganz kurios, weil die angehensweise Mittelmächte zu koordinieren ja wohl nicht nur im Trend ist, sondern etwas, was politisch sehr geboten ist. Aber diese Unruhe der Journalisten, was er zu Hause alles machen müsste und nicht machen kann. Das fand ich wieder sehr bezeichnender Herdentrieb. Es gab einen sehr lustigen Versprecher von dem Heinz-Wolf im Heutesjournal, der in Erinnerung geblieben ist, weil ich hätte losgeprostet im Studio, hat er nicht. sagte, und heute ist gestartet der Bundeskanzler Friedrich Merz zu einer mehrjährigen Asienreise. Es war total lustig. Mehrjährige. Stehen wir uns das einfach mal vor. Ein Kanzler fährt wirklich sehr, sehr lange weg. Das ist schon interessant. Früher, die Kanzler hatten, ja, Adenauer war zum Beispiel in seinem Sommerdomizil am Komasee in Kadernabia, wirklich viele, viele, Wochen. Hat da auch Staatsgeschäfte durchaus gemacht. Aber das ist ja heute unvorstellbar. Dieser Versprecher mehrjährige Asienreise war schon toll.

Audio VRM: Mehrjährig war vielleicht auch mit der Hoffnung verbunden, dass er auch erstmal nicht wiederkommt. Weiß man ja nicht, was da im Subton mit geschwungen ist. Aber in der Tat war ja schon im Sommer die Unruhe groß als März vier Wochen im Urlaub gewesen ist, wobei er dort ja auch

Kalle Korte: Die Unruhe ist bei Ihnen groß, bei Ihren Kollegen, weil Sie auch keinem mehr Ruhe gönnen. Die Ruhe ist ja, wir wissen, Zeit ist ein Kotwort für Freiheit. Wer Zeit hat, ist frei und kann entscheiden. Läuft nicht der Zeit hinterher und ist unter Zeitdruck in Entscheidungspolitik eingebunden. Das mag kein Nachteil sein. Wahrscheinlich für Chefredakteure doch auch mal anzuregen, strategisches Potenzial zu entwickeln, wenn man Zeit hat.

Audio VRM: Ja, klappt nicht immer. Kann ich Ihnen aus der Praxis sagen, mit der Zeit, aber ohne jetzt meinen Arbeitsartak mit dem des Bundeskanzlers gleichzusetzen, gibt es natürlich auch immer viele Dinge, die nicht mit Zeit entschieden werden können, sondern die entschieden werden müssen. Und dann wird, glaube ich, jetzt im Falle des Bundeskanzlers eher auch schnell zum Getriebenen einer politischen Weltlage, weil er ja jetzt auch in diesem Sinne zwar einen Vizekanzler hat, aber ja keinen Stellvertreter, was Entscheidungswege angeht.

Kalle Korte: Aber Zeit ist eben eine ganz wichtige Strukturgröße, wann man wie entscheidet. Die Größe der Macht ist daran abzulesen, dass man die meiste Zeit hat. Das gilt ja auch für Bundespräsidenten, die eben an Zeit vergaben, wenn überhaupt dann mit den meisten Tagen dran gebunden sind, wann sie was auflösen oder wann sie als Verfassungsorgan eingreifen. Wenn überhaupt eine zeitliche Begrenzung ist, dann ist sie die längste im Verfassungstexten und auch ungebunden. Zum Beispiel bei dem Vorschlag der Kanzler, der als Kanzler den Bundestagspräsidenten oder Bundestagspräsidenten vorzuschlagen ist. Insofern ist Zeit, eine der zentralsten Kategorien und die Cleverness damit umzugehen, wann man entscheidet, ist für das Politikmanagement wichtig und natürlich auch als Wähler, wann man sich entscheidet, wann man sich nicht entscheidet, ob man das kurzfristig macht. Also die Zeitdimension ist in der Politik eine wichtige Konstellation. Da fällt mir ein bei Wählen auch. Ich habe noch nie erlebt, dass ein Papst wählt. Der hat ja gewählt, habe ich jetzt

Audio VRM: Hmm?

Kalle Korte: der Presse entnommen. hat als Staatsbürger, amerikanischer Staatsbürger in Chicago gewählt, dann noch Briefwahl, was ja Trump verteufelt. Aber ich habe das nicht.

Audio VRM: Wenn er nicht Briefwahl gemacht hätte, wäre es noch aufsehender Regen geworden.

Kalle Korte: Ja, das stimmt. Ein Reis, aber sehr interessant, es macht ihn sehr menschliches, erdet ihn. Und es macht ihn zu einem wirklich politischen Papst zusätzlich. Interessantes Momentum, weil von unserem deutschen Papst habe ich das nie gehört, dass er Bayerischen Landtagswahl sich beteiligt hätte oder bei anderen Bundestagswahlen.

Audio VRM: Ich würde gerne noch mal auf den Faktor Zeit und mit Blick auf die aktuelle Politik kommen, würden Sie sagen im Unterschied zu früher, dass das schon auch ein Qualitäts- und ein Erfolgsfaktor ist, das gefühlt heutende Politikern die Zeit fehlt für manche Entscheidungen und war es früher tatsächlich etwas langatmiger und ruhiger durch fehlende Wege wie Digitalisierung, E-Mail. Das merken wir ja auch im Journalismus, dass das Arbeitsleben früher auch zwangsläufig etwas langatmiger oder langsamer war, weil die Kommunikationswege nicht so kurzfristig waren oder war es damals auch schon stressig, man stellt sich es nur heute ein bisschen langsamer vor.

Kalle Korte: Dadurch kommen heute auch diese Erschöpfungszustände und die Zustände sich auszuklenken, gar nicht mehr mit Politik oder mit bestimmten Dingen zu befassen, um sich diesem Stress, diesem Zeitstress nicht zu widmen. Aber man kann schon sagen, mit der Zunahme von Komplexität womit ich auch eben meine online und offline, analoges und digitales, was beides gleichermaßen eine Rolle spielt, hat der Zeitdruck als Kommunikationsstress für Politik enorm zugenommen. Und die Zeit als Variable zu entscheiden hat auch für frühere Bundeskanzler. oder Ministerpräsident eine große Rolle gespielt, aber die Notwendigkeit schneller zu reagieren, die hat einfach dramatisch zugenommen. Das hängt mit der Medienverdichtung zusammen, es hängt mit strukturellen digitalen Entwicklungen zusammen, es hängt mit den Erwartungen zusammen, aber vor allen Dingen mit einer Verdichtungsgeschwindigkeit, mit der alles aufeinander und zueinander gerückt ist, dass eben alles sofort präsent ist, was weltweit gerade passiert. Das ist das Interessante. Und durch diese Verdichtung ist der Druck darauf zu reagieren, eben ein Kommunikationsstress für die Politik geworden. Und umso wichtiger ist es, damit umgehen zu können. dass man Auswege findet, genügend Zeit zu haben, um nachzudenken und eine Entscheidung zu fällen. Politik ist ohnehin immer getrieben, nicht zu entscheiden. Der Spitzenpolitiker Den kann man gerade daran erkennen, wie er intelligent damit umgeht, nicht zu entscheiden. Weil jede Entscheidung polarisiert. Insofern hält man sie erst mal auf, auch wenn sie zwingend notwendig ist. Weil man ein Integrationsamt hat, mehr zu behalten, nicht sie polarisieren, schnell zu verlieren. Das ist eigentlich der Grundgestus. Obwohl wir immer meinen, jetzt wird alles wegentschieden, die Hauptentscheidungsvariable für die Spitzenpolitiker erstmal die Entscheidung aufzuhalten. Erstmal den Raum zu betrachten, die Stimmung vielleicht auch zu organisieren und daraus dann Ableitungen zu treffen, man am Ende sich mehrheitsmäßig entscheidet.

Audio VRM: könnte ja dann die Antwort darauf sein oder der Vorwurf, dass man sich ja nicht originär an dem Thema oder der Entscheidungsgrundlage orientiert, sondern sehr viel an äußeren Einflüssen wie der nächsten Wahl, der Stimmung des Koalitionspartners. Jetzt würden Sie wahrscheinlich sagen, in Richtung des Koalitionspartners Demokratie lebt von Kompromissen und von Einigungen. Aber ich finde, eine Entscheidungs- zurückhaltung auch immer orientiert am Wahlkalender ist natürlich im Sinne der Sache immer etwas schwierig, weil es schnell zu Stittstand führt.

Kalle Korte: Ja, das stimmt. Mich würde interessieren, wie Sie sich für welches Halloweenkostüm entschieden haben. Also, so wie ich Sie heute sehe, haben Sie, glaube ich, gerade keins an.

Audio VRM: Nee, aber mein Vorteil ist ja, wenn Leute mich schon live gesehen haben oder manchmal im Profil, dass ja zwischen mir und Gagamehl aufgrund meiner Nase nicht so viel Kostüm notwendig ist. Also ich bin da sehr flexibel.

Kalle Korte: Ja, das ging dann auch über in die Mobilisierung, wie so eine demokratische Mobilmachung für, oder die waren vorher die Protestaktionen der jungen Leute.

Audio VRM: Nee, die waren in der Nacht. Aber da würde mich tatsächlich auch für sie aus ihrer Sicht interessieren, was da gerade passiert mit Blick auf diese Proteste am Wochenende. Der Ausgangspunkt war ja Gen Z, ich finde so analog zu Frankreich. Also eine junge Generation, die auf die Themen aufmerksam macht, die sie gerade nachvollziehbarerweise bedrücken. was dann in den großen Städten natürlich in der Nacht übergegangen ist, in gewalttätige Randale. Wie sortieren Sie das für sich? Und ist das ein Vorbote auf das, wohin sich unsere Gesellschaft entwickelt?

Kalle Korte: Mich würde interessieren, die Umzüge, nicht die Umzüge, denke ich noch beim Thema Halloween, aber die Protestmärsche,

Audio VRM: Also die wollten mit mir über Halloween Züge reden,

Kalle Korte: ja die Protestmärsche, die waren ja auch in Mainz, haben sich denn daran beteiligt eigentlich?

Audio VRM: Nein.

Kalle Korte: Also sie haben was gegen Bildung.

Audio VRM: Ich bin großer Fan von Bildung. Ich war nur zu Hause und habe mit meinen Kindern Halloween gefeiert.

Kalle Korte: Ah, okay. Ich dachte schon, sie sie ja eingebracht.

Audio VRM: Sag mal nett, dass Sie mich noch zur Generation Gen Z zählen.

Kalle Korte: So war es nicht gemeint. Das ist ja eigentlich die Idee, nicht nur auf sich aufmerksam zu machen, sondern auch Verbünde zu finden. Denn Wahlmacht im eigentlichen Sinne hat diese Generation ja nicht. Unter 30 Jahren sind 13 Prozent wahlberechtigt gewesen bei der Bundestagswahl. Das nicht wirklich viel. Also man braucht Verbündete, braucht Ältere, die sich auch für die Ziele einsetzen. Bei der Berichterstattung kippt es ja dann leider oft, dass man über die 200, 300, Krawalle gemacht haben, vor allen Dingen in Köln, glaube ich, und in Frankfurt, dann mehr berichtet, als über die Inhalte, die hier eine große Rolle gespielt haben bei diesen verschiedenen Demonstrationszügen, die durch die Städte gezogen sind.

Audio VRM: Deswegen ja meine Frage als Einordnung hängt für Sie das eine mit dem anderen zusammen oder ist das getrennt voneinander betrachtet, weil das auf sich aufmerksam machen ja schon im Kern ein Problembewusstsein und vielleicht auch ein von der Politik nicht gesehen ist und das andere eventuell die fortwährende Eskalationsstufe jetzt nicht der direkt nächste Schritt. Aber natürlich eine andere Form davon. Steht es für Sie im Zusammenhang oder sind das tatsächlich zwei getrennte Lagen gewesen am Wochenende?

Kalle Korte: Ich sehe da keinen Zusammenhang, nein. Weil die Form der Radikalisierung, das eruptive Momentum etwas zu zerstören, das ist in der Welt und das ist themenunabhängig. werden einfach Gelegenheiten gesucht und bei denen man sich anschließt. Das würde ich aber von dem Anlass an sich... Die Frage, ob daraus eine bewegungsdemokratische Richtung wird, bei Fridays for Future zum Beispiel. Also eine Bewegungsrichtung ohne jetzt eine feste Institution. Aber der Hintergrund finde ich, der ist sehr plausibel, der ist nachvollziehbar, weil doch... Zukunftsehnsucht bei jungen Leuten noch ausgeprägter ist als bei älteren und die Rahmenbedingungen im Alltag eben gute Zukunftschancen zu bekommen, sich weiter eingrenzen in der Wahrnehmung dieser jungen Generation und dafür sich einzusetzen ist erstmal sogenannte lebendige Demokratie pur, dass man demonstriert auf die Straße geht und das haben sie jetzt wahrgenommen. Die Frage ist, wie wir mehr jüngere Menschen in politische Verantwortung bekommen. wie wir mehr jüngere Menschen in die demokratischen Parteien, die da sind, hineinbekommen, wie wir vor allen Dingen auch junge Menschen anders auch vielleicht politisch informieren, denn wir wissen, dass zwei Drittel der jungen Leute sich ausschließlich digital über viel auch über Influencer informieren, was ja kein Nachteil sein muss, also aus der Sicht einer Tageszeitung schon, aber die übersetzt sich ja auch mit Influencern. Teil dieses Podcasts ist ja auch Influencer zu sein, also dieses Medium offensiver zu nutzen, um Einfluss auch zu mehren, den die jungen Leute an der Wahlurne zu gering haben.

Audio VRM: Haben Sie denn aber das Gefühl, dass der Protest der jungen Leute daherkommt, dass sie von der Politik mit ihren Themen nicht gesehen werden und dass sie natürlich Zukunftsängste haben? Zum einen finanzielle Ausstattung oder generell Zukunftssicherheit der Bildungspolitik, aber natürlich auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, unter denen junge Leute jetzt gerade ihr Leben bestreiten oder aufstellen wollen. Dahinter kommt natürlich mit dem Thema KI auch noch eine große Zukunftsungewissheit, weil es Viele gibt in gewissen Studienberufen, die gerade an einer Uni etwas studieren und sich, glaube ich, nicht sicher sein können, ob das unter den Rahmenbedingungen von KI in 10, 15 Jahren noch ein Beruf ist oder ein Studiengang sein wird. Muss da die Politik mehr darauf eingehen, thematisch, oder hat die Politik, zum zweiten Teil ihrer Aussage eben zu kommen, ein Senderempfängerproblem in der Hinsicht, dass sie auf den falschen Kanälen unterwegs ist, diese jungen Leute auch inhaltlich mit ihren Botschaften zu erreichen?

Kalle Korte: Ja, es wird nur in Sender gedacht, nicht in Empfänger. Das ist dann oft das Gegenteil. Es erreicht das Gegenteil, dass man da strategisch versucht aufzutreten. nur senden, nicht die Resonanz auslöst, die notwendig wäre. Wir haben ja oft im Blick auf Wielermärkte über Resonanzdrähte gesprochen, wie man eben die Gesprächsstörung überwindet. Die setzt immer voraus, nicht nur zu senden, vielleicht kluge Beiträge, sondern es muss auch an die Empfänger natürlich gedacht werden, nicht nur, dass sie etwas bekommen, sondern was sie bekommen. Und ich finde, das ist zu wenig ausgeprägt. Aber vom Grundsatz her, dass Vor dem Hintergrund der Boomer, der Größenordnung, wie sich dieser Generationsvertrag auch verschiebt, auch elektoral geradezu verschiebt, finde ich schon es zwingend notwendig. mit den Themen der jungen Leute sich intensiver auseinanderzusetzen, denen mehr Raum zu geben. Auf welche Weise auch immer, in Parlamenten, in Parteien oder eben auf dem digitalen Weg. Der belgische Kollege Anton Jäger hat ja dafür den Begriff, nicht dafür nur, aber Hyperpolitik geprägt vor einigen Jahren. Also diese aufregungsdemokratische Spitzenerregtheit, die sich findet, auch bei den jungen Leuten sehr schnell. Aber die Aufregungsverdauer ist sich nicht transportiert in Informationen, die daraus dann auch vielleicht Prozesse ableiten für die Politik. Also es bleibt am Ende nur eine Ohnmacht, eine Aufgeregtheit, der aber nichts folgt. Das ist die Hyperpolitik. dass wir eben die Chance, wie wir jungere Menschen viel stärker in die etablierten Parteien oder gerne auch in neue Parteien einbringen können, um da eben politische Willensbildung in einer modernen Art und Weise zu organisieren und mit zu organisieren.

Audio VRM: Denken Sie da jetzt an die Basis und an den klassischen Ortsverband, der auch schon in der Lage sein muss, junge Leute so anzusprechen, dass sie sich vielleicht vor Ort in der Kommunalpolitik engagieren? Oder denken Sie auch an ein Spiegelbild davon auf Bundesebene, weil man dort ja auch dann abbilden kann, dass jüngere Abgeordnete oder jüngere Leute sich eventuell auch für diese Zielgruppen, in Anführungszeichen, oder für diesen... für diese Willerschaft einsetzen. denke da insbesondere als prominentes Beispiel an die Intervention der Vertreter der Jungen Union bei der Rentendiskussion, die ja wirklich sehr viel Druck aufgebaut haben, zu sagen, Freunde, bei diesem Rentenmodell stimmt ihr auch über unsere Zukunft ab und wir sind jetzt gerade die, die hinten runterfallen. Deswegen müssen wir jetzt mal die Eskalationsstufe etwas hochziehen und wirklich sagen, wir stimmen da nicht mit, bis ihr uns endlich zuhört.

Kalle Korte: Ja. Also in den formalisierten Wegen und Prozessen, die wir kennen, aber auch in den nicht formalisierten als Bewegungsdemokratie. Wir erinnern uns an die Gründungsphase der Piraten, die eine große Rolle gespielt haben, über einige Jahre in einige Landtage auch eingezogen sind. Die Piraten, eben das Modell des Digitalen versucht haben, auch für eigene Willensbildung zu nutzen, also die Verflüssigung letztlich von Entscheidungsmomenten. ist dann nicht priorisiert und hierarchisiert worden. Insofern sind die dann auch damit nicht weitergekommen, aber es war schon eine interessante Form mit neuen Artikulationsmustern. auch von jungen Generationen umzugehen. Es gibt immer junge Parteien. Ich denke da an die PETO-Bewegung und die PETO-Partei, die in Monheim bei Düsseldorf bei Mettmann viele Jahre regiert hat, war eine Schülerpartei, die über viele Jahre den Bürgermeister gestellt hat, zu hohem Wohlstand in dieser Stadt auch geführt hat, im Speckgürtel-Einzugsgebiet von Düsseldorf und Mettmann. Sehr interessant. Volt als Junggründung auf europäischer Ebene. Ich kenne kaum einen, der bei den Valomat-Dingen bei Bundes- und Landesebene nicht sehr schnell auch sagt, Mensch, bei mir kam irgendwie Volt raus, ohne es dann faktisch zu wählen, weil ein liberales Europakonzept so interessant ist, dass man sich damit auch gar nicht kritisch auseinandersetzen kann, weil man kann eigentlich nur dafür sein und wo man nur dafür ist, dann löst das nicht. den Schub aus, am Ende damit auch erfolgreich mobilisieren zu können. Das ist wie mit Bildung. Niemand ist gegen mehr Bildung. Deswegen machen wir so viele Fehler auch in der Bildung, auch mit der Ressourcenverteilung. Man muss ja eine Kontroverse haben, fast eine polarisierte Kontroverse, die dann auch zu verbesserten Ansätzen führt. Also es gibt viele Möglichkeiten, auch wenn man sich anguckt, wie Parteigründungen entstanden sind. Da würde ich jetzt erstmal nichts ausschließen, aber der klassische Abend auf lokaler Ebene für Parteien, dass da junge Leute hingehen, das ist sicherlich out, das ist keine Formation. Also man muss auch digital Parteiveranstaltungen denken, man muss über, mit der Nutzung moderner KI kann man auch Themen viel besser vorstrukturieren an Bedarfsstrukturen. geradezu additiv sagen, was waren jetzt die drei wichtigen Dinge, die vorgeschlagen worden sind, darauf zu setzen. Das ist heute viel einfacher auch machbar, finde ich, unter diesen Rahmenbedingungen, wie sich Kommunikation verändert hat, als konsultative Verfahren, als Bürgerräte, als in Bayern gibt es jetzt einen neuen Staatssekretär oder irgendeinen bevollmächtigten, ein junger Mann oder junge Frau, die das Amt wahrnimmt für die Staatsregierung. Das ist nicht zu Ende diskutiert, aber die Möglichkeiten sind vielfältig und sie sollten eben auch offensiv von den jungen Menschen genutzt werden, entweder in formellen oder in informellen Verfahren sich Gehör zu verschaffen.

Audio VRM: Ich finde aber darüber hinaus, dass dieses Thema der jungen Menschen, wenn ich das übersetze, was die beschäftigt, das ist nur Bildung, aber was dahintersteckt ist ja Ausbildung im Sinne von, wie bin ich aufgestellt für meinen Beruf später und dann übersetzt, was kann ich mir leisten, welchen Beruf werde ich ausüben, in welchen ökonomischen Verhältnissen kann ich leben. Daran anschließend Kann ich eine Familie gründen oder ist das evtl. finanziell zu herausfordernd? Dann hängen natürlich noch weitere Themen der Familienpolitik zusammen. gerade dieses Thema, wenn man das übersetzt und diese ganzen Themen, die ich gerade aufgezählt habe, clustered, diese Zukunftsangst oder diese Ungewissheit, die glaube ich jetzt tatsächlich auch im Rahmen der Digitalisierung und auch vor dem Hintergrund dessen, was jetzt gerade KI in vielen Bereichen noch mit auf den Markt bringt und sich verändert, müsste man das als Themenkomplex auch nicht... wirklich so mal adressieren, diese Generation dort abzuholen, wo sie sich gerade bewegt. natürlich auch, interessieren sich für Spritpreise und für Wohnungspreise, das ist ja auch Teil deren Alltag. Aber ich glaube, diese Fragen für die Zukunft, die hat natürlich vordringlich diese Generation.

Kalle Korte: Klar, und das hatten sie ja zu Recht auch immer, aber jetzt sind die Größenordnungen eben verschoben. Es sind viel stärker als früher soziale Gerechtigkeitsfragen, Umverteilungsfragen, die da rein spielen und das eben aus Sicht der jüngeren Leute aufpoppen lassen, geradezu um daraus eben auch eine Protestformation abzuleiten. Das ist schon... Das ist nicht zu unterschätzen, so will ich es einfach einordnen. Und es ist zu hoffen, dass das Hochpolitische, was in dieser Generation ja da ist, sich eben übersetzt in neue Formate, auf die wir neugierig sind. Denn der Hintergrund ist ja, man kann mitgestalten. Sonst gestalten immer nur andere gegen einen. Man kann selbst versuchen, Mehrheiten zu gestalten. Man kann verändern. Das ist ja die Lernfähigkeit an der Demokratie. Und diese Selbstwirksamkeit als Erfahrung an der jungen Generation, auch wenn man zahlenmäßig gering ist, originell verbündet zu finden. Vielen Das ist doch die Kraft, eine Demokratie hat. Und da fand ich jetzt, erstmal auf die Straße zu gehen, absolut richtig und gut. Denn die Themen, so wie wir die besprechen, von Tagrabat bis sonst was, werden alle besprochen, ohne dass die Jüngeren irgendeiner Weise vorkommen. Das einzige bei großem Thema war das mal bei Rente. Da wird das jetzt auch wieder ein Thema sein. Aber bei jedem anderen Thema muss sie ja auch mitgedacht werden. Wird aber meistens nicht mitgedacht und nicht mit thematisiert. Was macht denn Ihr als Chefredakteur Ihre Zeitung dazu?

Audio VRM: Wir haben für die ganz Jungen eine Kinderzeitung, Kruschel. Das ist jetzt allerdings

Kalle Korte: Ja, das stimmt.

Audio VRM: adressiert an diejenigen, die noch nicht auf die Straße gehen. Hoffe ich zumindest in dem Alter. Und natürlich befassen wir uns, das ist zumindest einer meiner großen Themen, wie wir in die Schulen reinkommen, um gar nicht mal auf uns aufmerksam zu machen, sondern Medienbildung im Sinne von Informationen über Medien, über Politik sicherzustellen, dass die Schüler wissen, wo sie sich informieren können. Was sie dann daraus für Schlüsse ziehen, jetzt deren persönliche Entscheidung. dass sie zumindest auf dem richtigen Weg sind, sich zu informieren, weil mich natürlich auch umtreibt. Die Tatsache, Sie, Herr Korte, ja, finde ich, stärksten Momente, haben nur starke Momente, aber Ihre allerstärksten Momente, wenn Sie über den Wert von Demokratie bei dem Thema sprechen, wie man sich einbringen und wenn man selbst gestalten kann. Da bleibt mir auch immer noch in Erinnerung, wenn wir bei unserer Demokratie-Tour mit den Schulklassen gesprochen haben, dass sie da eine Wirkung in so eine Klasse hinein haben, wenn sie dort auch titulieren und adressieren, dass die Leute sich einbringen können. Wenn ich mir jetzt aber die Altersklassen angucke bei der letzten Wahl, muss ich sagen, dass die ganz Jungen sehr an den Rändern gewählt haben. Und ich könnte jetzt überspitzt sagen, dass die Buma unserer demokratischen Stabilität den Hintern gerettet haben.

Kalle Korte: Ja.

Audio VRM: Das heißt, da müssten wir jetzt bei den Jungen nochmal über die Art reden, wo sie sich einbringen oder politisch dann an der Urne ihrer Meinung artikulieren.

Kalle Korte: Ja, aber da sehen Sie, sind selbst Teil des Problems. Das war altes Denken. Was jetzt einfach... Ja, was ich jetzt vorgetragen... Ja. Ja. Ja.

Audio VRM: Ich habe Sie gerade so gelobt, Herr Korte, jetzt kommen Sie mit dieser Antwort.

Kalle Korte: Ja, man muss... Die Ausrichtung müsste eine andere sein. Natürlich haben die formal bei den letzten Wahlen radikal gewählt, links und rechts. Natürlich, auf sich aufmerksam zu machen. Einmal, weil man glaubt, dass in diesen Parteien Zukunft eine Rolle spielt. Das Bild der Zukunft eine größere Rolle spielt als in den Mitteparteien, die für sie eher langweilig daherkommen. das Erschrecken der Älteren, merken Sie an sich selbst, ist groß. Also haben sie auch was erreicht. Die Wahlen davor waren eben Grüne und FDP bei der letzten Bundestagswahl. Die meisten jungen Wähler, die sich auf sich vereinigen konnten, die Grünen und die FDP. Also es heißt nicht, dass das auf Dauer so sein muss. Wie gehen wir damit um? Das ist die Frage. Wie reagieren

Audio VRM: Wann das ist?

Kalle Korte: wir? Mein Thema war ja zu sagen, ist eine Berichterstattung in Ihrer Zeitung auch aus Sicht junger Menschen? Wie oft kommt ein Thema vor, was nur junge Menschen sehen? Das ist doch die Fragestellung. Genau das ist die Fragestellung, dass sie sich vorkommen und dann will man eben Parteien irgendwie aufzufallen.

Audio VRM: Aber wie ist dann Ihre Deutung? Vormals haben Sie eben angesprochen, haben die jungen Menschen FDP und Grüne gewählt. Wahrscheinlich in der Hoffnung, dass mal was passiert und dass sich etwas ändert, es jetzt soll schlussartig zu sagen, auf der Suche nach einer Problemlösungskompetenz, einen an diesem Podcast teilnehmenden legendären deutschen Politikwissenschaftler zu zitieren. Und weil sie jetzt FDP und Grüne nicht mehr gewählt haben, war offensichtlich die Erkenntnis vorhanden, dass auch diese beiden Parteien nicht ihre Probleme gelöst haben und deswegen sind sie weitergezogen. Ist das so die Lesart, die dahintersteckt?

Kalle Korte: Ja, ja, ja, es ist eine Vergreisung dieser Parteien in der Wahrnehmung der jungen Leute. Nicht attraktiv. Sie adressieren nicht die Themen, mit denen sie sich auseinandersetzen. Und dann nimmt man andere. Wir haben ja häufiger darüber gesprochen, dass die neueste Variante ja in der Zukunftsbeschreibung offenbar von der AfD auch adressiert wird gegenüber vielen Wählern. Mit einfach das Primat der Politik. Es ändert sich alles. Wenn ihr uns wählt, wird alles anders. Das ist ein Anspruch, den viele mit der AfD verbinden. Also Zukunft. Das ist auch bei jungen Leuten ganz offenbar so. Und die Radikalität. im Sinne von Vergesellschaftung und anderen Themen ist auch als Zukunftsprofil bei den Linken auch ausgeprägter als bei den anderen. Daher kommt das. Das ist jetzt nicht wirklich ungewöhnlich, aber das ist ein sehr dynamischer Prozess, der veränderbar ist für die anderen, wenn sie sich dieser Sache annehmen. Vielleicht wäre das auch eben ein sehr interessantes Herangehen als großes Thema, als erstes großes wichtiges Thema der neuen Bundespräsidentin oder des neuen Bundespräsidenten, die ja immer genuin eigene Aufgaben auch suchen, nicht immer nur auf Integration auszusehen des Gemeinwohls, das hat man immer mit einzubringen als Bundespräsident, sondern diesen Blickwinkel strikt auf eine jüngere Generation zu lenken. den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zurück können und zu sagen, was müssen wir tun, damit es für diese Generation attraktiv wird. Das wäre eine Möglichkeit als eine Agenda.

Audio VRM: Aufgabe für die Medien in dem Zusammenhang, jetzt einmal auf ihre stetigen Spitzen und Abbiegungen Richtung Medien zu antworten, wäre natürlich, was wir jetzt im besten Fall hier gerade auch wieder nicht machen, ist, dass zwei, also ein Middle-Ager und sie in diesem Podcast über junge Leute reden, sondern dass wir natürlich mehr mit ihnen reden müssten und sie jetzt nicht einfach nur als Bubble quasi als Versuchsobjekt oder als weiß ich nicht irgendwas. zu sehen und dann die Schlüsse zu ziehen, indem zwei Leute oder mehr Leute über sie reden. Vor dem Hintergrund fand ich aber, lässt sich jetzt in dem Podcast gerade schwer ändern, weil ich bin zwar im Geiste jung geblieben, aber sie sind halt wie sie sind, Herr Korte. Aber wir haben,

Kalle Korte: Sehr schön ein Abwatschen hier mal wieder.

Audio VRM: wir haben mir aber den Versuch gewagt und wenn ich zum Beispiel mich an unsere Besuche bei der Demokratie-Tour bei den beiden Schulklassen erinnere, war das da tatsächlich so, dass wir sehr intensiv mit den jungen Leuten gesprochen haben und gerade bei der Schulklasse in Kirchheim-Bohlanden, bleibt mir in Erinnerung, dass ja wirklich diese Alltagsherausforderungen, also ganz banal, was tut die Politik dafür, dass ich mich abends mit meinen Freunden verabreden kann, ohne zwei Stunden lang am Bahnhof zu stehen und mit dem Zug nicht fahren zu können, weil er nicht kommt und ist dann die Alternative, sich nicht analog mit Freunden zu treffen, sondern eben zu Hause zu bleiben und im Internet zu sein,

Kalle Korte: Genau.

Audio VRM: eventuell dort extremen Parteien und Influencern zu begegnen. Das war ja jetzt wirklich eine Alltagsübersetzung davon.

Kalle Korte: Ja, eine Geografie der Unzufriedenheit, die ist ja da, wenn man keine Infrastruktur hat, die den Namen verdient und das betrifft eben auch sehr stark junge Leute, die, wenn wir nur immer permanent über die Autoindustrie und Spritpreise denken, die können sich das ja gar nicht leisten. Also sind sie doch auf öffentliche Nachfallkehr angewiesen. Wie gut ist der? Wie kann er besser? Das Deutschlandticket wird einfach teurer. Ja, wer hat das Deutschlandticket? Natürlich auch die jungen Leute. Also dieser Grundgedanke. mal die stärker mitzudenken. Da reichen eben die paar jungen Gruppen im Deutschen Bundestag und in den Landtagen wo auch immer offenbar nicht aus. Und deswegen sind sie auf die Straße gegangen. Und das ist insofern sehr begrüßenswert, weil es damit eine andere Perspektive mit einbringt. Man muss ja nicht dem jetzt in hundertprozentiger Sicherheit bei allen Themen folgen. Darum geht es ja nicht. Aber die Wahrnehmung spielt eine große Rolle. sich aufmerksam machen, daraus dann Prozesse ableiten zu können, wäre natürlich eine gute Sache. ich glaube halt nicht, dass die Medien das weiter so auch begleiten, sondern sie leben ja von dem Event und wenn das Event erstmal weniger sichtbar ist, dann wird es auch weniger wieder berichtet.

Audio VRM: Auf jeden Fall haben wir zwei es in der Hand, das regelmäßig aufzugreifen in der Korte. zwar natürlich jede Woche in diesem Podcast, aber auch bei zwei vielleicht sehr speziellen Veranstaltungen, die anstehen, wo wir das auch nochmal vor Publikum betonen können. Zum einen, das habe ich letzte Woche schon erzählt, nicht passt genau zu unserer 100. Folge, aber trotzdem als Jubiläumsausgabe, mit unseren treuen Hörern zu feiern, am 24. November 20 Uhr im Staatstheater in Mainz. Und zwar dort. nicht nur Professor Doktor Doktor Doktor Doktor Karl-Rudolf Korte und ich, sondern auch der Kabarettist Lars Reichow, der garantiert noch die eine oder andere Sichtweise und humorvolle Anekdote mit einbringen wird. Sie sind herzlich eingeladen, wenn Sie sich noch nicht angemeldet haben, unter chefredaktion.vrm.de per Mail an diesem Event teilzunehmen. Und dann treffen wir uns auch noch mal im März, Herr Korte. Das könnten wir jetzt entweder für unsere Berliner Hörerschaft adressieren oder für alle, die uns auch hier vor Ort hören und mal immer eine Reise nach Berlin machen wollen.

Kalle Korte: 1. März kann man sich sehr gut merken.

Audio VRM: Das wäre jetzt Ihr Part. 1. März.

Kalle Korte: Da passt es zur Originalität des Auftritts, dass wir die Bühne der Stachelschweine wählen werden für einen Live-Podcast. Stachelschweine, eines der ältesten Kabarett in Berlin. Und sofern eine sehr gute Adresse. bei der man politische Kabarett erleben kann, die aber uns eine Bühne bereitet mit anderen Spezialgästen aus der Berliner Republik, die werden noch nicht alle verraten. Aber das wird eine interessante Gesprächsebene allein auf dieser Bühne zu sitzen. Das hat schon was Herausforderendes und bringt eine andere Perspektive mit ein. Ich bin mal gespannt, wie sie sich auf dieser Bühne schlagen, die Bühne der großen Kabarettisten mit dieser großen Geschichte.

Audio VRM: optisch oder intellektuell.

Kalle Korte: Ja, intellektuell das andere steht mir nicht zu beurteilen. Und bis dahin haben wir ja dann auch schon eine gewählte neue Bundespräsidentin, Bundespräsidentin, die dann leider da nicht hinkommen kann, weil Bundespräsident ja individuell einzuladen wären auf einer eigenen Bühne. Und das wird uns leider nicht gelingen. die Unruhe, jetzt im Moment wieder auch in der Journalistenschau ausbricht, dass man doch endlich jemanden nominieren soll, das fällt mir bei Blick auf den Kalender ein. Dass auch Steinmeier bei der ersten Nominierung, ich hab das nochmal nachgeguckt, auch erst Mitte bis Ende November. nominiert wurde. Wolf und Gauck noch viel später. Es ist überhaupt keine Notwendigkeit unruhig zu werden und in Eile zu verfallen. Aber es klar, die Medien versuchen immer zu treiben.

Audio VRM: Dann würde ich sagen, Herr Korte, wir behandeln dieses Thema in einer unserer nächsten Folgen, weil Sie ja Ihrer ausgeruhten Art und Weise davon ausgehen, dass auch nächste und übernächste Woche eine Kandidatin, ein Kandidat eventuell noch nicht benannt oder vorgeschlagen werden sollte. Wer jetzt schon Interesse hat, bei den Stachelschweinen am 1. März zu unserem Live-Podcast vorbeizukommen, kann sich auf der Internetseite der Stachelschweine schon jetzt ein Ticket sichern. Dort ist der Veranstaltungshinweis nämlich schon freigeschaltet. Und am Ende bleibt mir jetzt noch die für manche Hörerinnen und Hörer vielleicht bedeutendste Frage, Herr Korte. Was machen Sie diese Woche denn noch?

Kalle Korte: Ja, was mache ich? Ich bin nochmal in Düsseldorf unterwegs, das 80 Jahre Jubiläum der Landeszentrale für politische Bildung. großes Fest, ein großes Ereignis, wichtige Institution politischer Bildung in diesen Zeiten umso mehr. Und dann auf einer Konferenz in Amsterdam bin ich unterwegs zwei Tage am Wochenende. Darum geht es Austausch, wie man mit Minderheitsregierungen umgehen kann und bin sehr interessiert daran, wie die die Mindheitsregierung in Holland, in Niederlande eben funktioniert, weil wir darüber doch sehr wenig im Alltag medial erfahren und ob die sich bewährt haben oder nicht. Wir haben ihn gefeiert, den Premierminister, weil er doch mehrheitsmäßig besiegt hat, die Rechtsautoritären dort und das eine Besonderheit war, aber er hat natürlich nach wie vor eine Minderheitsregierung und das ist insofern ein Blick auf flexible Mehrheiten eine interessante Erfahrung, die ich hoffentlich sammeln darf.

Audio VRM: Dann bin ich jetzt schon gespannt, auch mit Blick auf gewisse Szenarien, sich eventuell in Deutschland in den nächsten Jahren ergeben könnten, auf Ihren Erfahrungsbericht aus Amsterdam in der Arbeit von Minderheitsregierungen, wenn denn nächste Woche in unserer großen Jubiläumsfolge der 100. Platz dafür bleibt, weil ich kann jetzt schon unseren Hörern und Hörern versichern, es gibt was Besonderes, aber Herr Korte, Ihnen verrate ich das natürlich nicht. Sie werden es live im Podcast miterleben. Ich bedanke mich allerdings allen da draußen für die Aufmerksamkeit bei Ihnen, Korte. Sie lasse ich mir diesem Cliffhanger jetzt entlass ich in die Woche. Viel Spaß bei Ihren

Kalle Korte: Mhm.

Audio VRM: Gedanken, was nächste Woche auf Sie wartet. Freue mich, dass alle zugehört haben. Bis dahin, auf Wiedersehen und Tschüss.

Kalle Korte: Ciao

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