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Folge 86: Über die Wirkungsmacht einer Entschuldigung

Folge 86: Über die Wirkungsmacht einer Entschuldigung

35m 29s

Im AZ-Interview mit Ministerpräsident Gordon Schnieder bringt Chefredakteur Dennis Rink ein seltenes Thema auf die politische Agenda – die Frage nach einer Entschuldigung im Kontext der Ahrtal-Flut.

Denn während von der Politik durchaus Fehler eingeräumt und Verantwortung übernommen wird, bleibt eine echte Entschuldigung auf politischer Ebene meist die Ausnahme. Für Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte zeigt sich ein Wandel: Die Bereitschaft, politische Konsequenzen zu ziehen und Ämter niederzulegen, „scheint aus der Mode gekommen zu sein.“

Auch die politische Kommunikation selbst steht im Fokus. Wer schreibt heute eigentlich die Reden? Zwischen klassischen Redenschreibern und neuen Möglichkeiten durch Künstliche Intelligenz verändert sich die...

Folge 85: Fußball-WM – Die Verflechtung von Sport und Politik

Folge 85: Fußball-WM – Die Verflechtung von Sport und Politik

34m 16s

Zum Start der Fußball-Weltmeisterschaft in Kanada, den USA und Mexiko sprechen VRM-Chefredakteur Dennis Rink und Politikwissenschaftler Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte über das Spannungsfeld von Sport und Politik. Große Turniere sind längst mehr als sportliche Ereignisse – sie dienen als globale Bühnen politischer Inszenierung.

Aktuelle Beispiele verdeutlichen die Ambivalenz: Während bei Pressekonferenzen kritische Fragen jenseits des Sports ausgeklammert werden und die Herkunft von Sportlern aus Krisenregionen in den Hintergrund tritt, entstehen parallel politische Dynamiken – wie etwa diplomatische Annäherungen im Umfeld der Spiele. Für Korte steht fest: Solche Ereignisse erzeugen eine eigene Realität, eine „Eigenwelt, in der wir Dinge akzeptieren, die...

Folge 84: Wenn Ausschüsse zur Bühne werden

Folge 84: Wenn Ausschüsse zur Bühne werden

33m 43s

Ein Blick nach Rheinland-Pfalz: In der vergangenen Woche wurden die Ausschüsse des Landtags besetzt – und sorgen direkt für Diskussionen. In drei Fällen erhielten AfD-Kandidaten trotz Vorschlagsrecht keine Mehrheit, die Vorsitzposten bleiben vorerst unbesetzt.

Für Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte zeigt sich in den Ausschüssen die Bedeutung parlamentarischer Arbeit jenseits der großen Bühne: „Der Nachweis eines Arbeitsparlaments lässt sich am besten messen an solchen Ausschüssen, diese sind zentral für parlamentarische Mitsteuerung.“

Gerade dort, im „Schatten der Hierarchie“, werden Gesetze vorbereitet, Positionen austariert und Expertise gebündelt. Für Korte liegt genau darin die eigentliche Kunst parlamentarischer Demokratie.

Ein Angebot der VRM.

Folge 83: Lotto-Neubesetzung und Kanzlertausch-Debatte

Folge 83: Lotto-Neubesetzung und Kanzlertausch-Debatte

31m 2s

Aufregung um Lotto Rheinland-Pfalz: Ein angedachter Führungswechsel hat für Diskussionen gesorgt. Im Gespräch waren gleich zwei Geschäftsführer, die künftig die Gesellschaft leiten sollten – neben CDU-Politiker Christian Baldauf auch der frühere Landtagspräsident Hendrik Hering (SPD). Für VRM-Chefredakteur Dennis Rink ist das ein problematisches Signal: Eine solche „Selbstversorgermentalität“ bestätige Vorurteile gegenüber Politik und politischen Akteuren. Hering gab zuletzt bekannt, dass er auf den Posten verzichtet.

Auch bundespolitisch sorgt ein Satz für Unruhe: Die Debatte um ein mögliches „Kanzlertausch“-Szenario nach Äußerungen von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst zeigt, wie schnell mediale und parteiinterne Diskussionen ineinander greifen – und Gerüchte befeuern. Für Korte ist klar:...

Folge 82: GroKo in Mainz – Mehr Harmonie als im Bund

Folge 82: GroKo in Mainz – Mehr Harmonie als im Bund

35m 17s

Gordon Schnieder (CDU) ist als neuer Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz vereidigt. Auffällig: Die Regierungsbildung verlief ungewöhnlich ruhig, die Spitzenkandidaten pflegen ein gutes Verhältnis – ganz anders als auf Bundesebene.

Auch das neue Kabinett steht. „Die SPD hat auf Erfahrung gesetzt“, ordnet VRM-Chefredakteur Dennis Rink ein. Zugleich sorgen einzelne Personalien für Aufmerksamkeit – etwa die neue Bildungsministerin Dr. Ute Eiling-Hütig aus Bayern. Für Korte eine „überraschende Lösung, aber kein Nachteil“ – vielmehr wirke sie wie „geliehene Expertise“. In der Bildungspolitik sieht er die Chance, „strukturell etwas zu ändern“ – mit dem Ziel, sozialen und gesellschaftlichen Frieden zu sichern.

Ein zentrales Feld bleibt...

Folge 81: Ein Jahr Merz, GroKo und der fehlende Masterplan

Folge 81: Ein Jahr Merz, GroKo und der fehlende Masterplan

37m 14s

Ein Jahr Große Koalition unter Friedrich Merz – und die Bilanz fällt ernüchternd aus. Für Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte ist die Stimmung im Land geprägt von „aggressiver Ratlosigkeit“. Egal ob im Fernsehstudio, bei der IHK oder in Gesprächen mit Arbeitgeberverbänden: Die Unsicherheit ist greifbar.

Diskussionen um die 1.000-Euro-Entlastungsprämie („Verschwendungsharmonie“), durchgestochene Details aus eigentlich vertraulichen Verhandlungen („da dringt zu viel nach außen“) und ein zunehmend scharfer Ton aus dem Kanzleramt („wir wollen umworben werden“) prägen das Bild.

Derzeit fehle es der Bundesregierung an emotionaler Ansprache. Der „nüchterne Pathos“ im Führungsstil von Kanzler Merz käme bei den Wählern nicht gut an: „Was...

Folge 80: GroKo in RLP – Mehr als nur ein Zweckbündnis?

Folge 80: GroKo in RLP – Mehr als nur ein Zweckbündnis?

31m 48s

SPD und CDU haben in Rheinland-Pfalz ihre Koalitionsverhandlungen abgeschlossen und den Vertrag vorgestellt – „mit weniger Getöse als in Stuttgart“, bilanziert Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte. Im Zentrum stehen die klassischen Schlüsselressorts Finanzen, Bildung und Inneres. Auffällig: Die SPD ist trotz Wahlniederlage mit fünf Ministerien mittendrin statt nur dabei – darunter ist auch das wichtige Finanzressort.

Neu zugeschnitten wird auch die Ministerienlandschaft. Ein eigenes Haus für Kommunen, Bauen, Wohnen und Kultur soll künftig zentrale Aufgaben bündeln. Für Korte der richtige Schritt, denn „wer sich um Daseinsvorsorge kümmert, schafft Vertrauen.“ Ein Ministerium, das gezielt soziale Infrastruktur stärkt und Gemeinwohl organisiert, sei ein...

Folge 79: Wa(h)l und Wahnsinn

Folge 79: Wa(h)l und Wahnsinn

34m 53s

Ein gestrandeter Wal als politische Metapher: Für Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte zeigt der Fall „Timmy“, wie sehr Wahrnehmung und Wirklichkeit auseinandergehen können. „Ein Wal im Wasser muss eben auch schwimmen, so denkt der Mensch.“ Ein Bild für politische Fehlannahmen, für den Umgang mit komplexen Lagen in Zeiten wachsender Unsicherheit und medialer Überzeichnung.

Im Zentrum der Folge stehen die Koalitionsverhandlungen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Es gehe vor allem um Vertrauen: „Kollaborationen sind zuständig für vertrauensbildende Maßnahmen.“ Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie Regierungen künftig aufgestellt sein sollten – etwa mit stärkerem wissenschaftlichen Einfluss oder neuen Ressorts wie einem eigenen Wissenschafts-, Verkehrs-...

Folge 78: Politik ohne Plan?

Folge 78: Politik ohne Plan?

32m 49s

Welche Zukunftsvorstellung hat die Bundesregierung? VRM-Chefredakteur Dennis Rink und Politikwissenschaftler Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte blicken auf eine politische Lage zwischen Krisendruck und Orientierungssuche.

In Berlin erkennt Korte eine „Verschwendungsharmonie“ in einer angespannten Wirtschaftslage. Statt sich auf Kürzungen zu verständigen, werde verteilt, – teils auf Kosten Dritter. Vorschläge wie Tankrabatt oder Prämien stoßen auf Kritik, „quasi Geld ohne Haushalt“ analysiert der Experte. Auch inhaltlich wirkten viele Entwürfe „handwerklich nicht rund“.

Die eigentliche Herausforderung liege tiefer: „Das Unvorhersehbare zu managen in Zeiten des Gewissheitsschwundes“ sei die zentrale Aufgabe der Politik. Doch strukturelle Reformen bleiben schwierig, etwa beim Bürokratieabbau, wo oft eher ein...

Folge 77: Aufgehende Sonne in Mainz, Krise in Berlin

Folge 77: Aufgehende Sonne in Mainz, Krise in Berlin

33m 49s

In Rheinland-Pfalz laufen die Sondierungen erstaunlich harmonisch – trotz einer „asymmetrischen Machtkonstellation“, wie Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte beobachtet. Die Regierungsbildung der ersten großen Koalition im Land wirkt auf ihn „wie bei einer aufgehenden Sonne“: respektvoll, konstruktiv, fast schon ungewöhnlich eingespielt. Die Spitzenkandidaten Alexander Schweitzer und Gordon Schnieder begegnen sich auf Augenhöhe – das Du ist längst gefunden, der Ton geprägt von Feingefühl und Professionalität.

Nun geht es an die entscheidenden Fragen: Eckpfeiler setzen, Arbeitsgruppen bilden, Ministerien zuschneiden. Erste Signale? Kaum. Für Korte ein gutes Zeichen: „Alles ist professionell und gut, wenn wir nichts dazu hören.“

Ein ganz anderes Bild zeigt...