Folge 63: Was macht einen guten Landtagswahlkampf aus?

Shownotes

Kurz vor den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz sprechen VRM-Chefredakteur Dennis Rink und Politikwissenschaftler Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte darüber, was einen erfolgreichen Wahlkampf heute prägt.

Große Themen, klare Linien und einprägsame Slogans gehören dazu – doch für Korte steht fest: „In Deutschland ist Problemlösekompetenz am wichtigsten.“ Entscheidend sei, lösungsorientierte Inhalte zu präsentieren und Botschaften zu senden, „die die Menschen in der Region wirklich empfangen“.

Ein guter Wahlkampf verlangt zudem das richtige Timing, ein feines Gespür für den Wählermarkt und das Vermitteln glaubwürdiger Zukunftskompetenz. Aber welches Gewicht haben die Parteien hinter den Politikern bei der Entscheidung? Welche Wahlkämpfe bleiben in Erinnerung – und welche gelten als besonders schwach?

Außerdem widmen sich Korte und Rink dem Tod von Rita Süssmuth. Für Korte war die CDU-Politikerin eine „emanzipatorische Vorkämpferin im Bundestag“, eine prägende Gastprofessorin der NRW School of Governance und eine zentrale Figur der politischen Epoche um Helmut Kohl, zu der er selbst intensiv geforscht hat.

Ein Angebot der VRM.

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00:00:03: Korte und Rink.

00:00:06: Politik, die bewegt.

00:00:12: So schnell vergeht eine Woche und deswegen natürlich wieder höchste Zeit für unseren VRM-Podcast Korte und Rink an diesem Montag.

00:00:19: Auch heute darf ich wieder, ich bring's einfach auf den Punkt Herr Korte, den bestaussinnsten Politikwissenschaftler Deutschlands Professor Dr.

00:00:26: Dr.

00:00:27: Karl Rudolf Korte begrüßen.

00:00:29: Hallo Herr Korte.

00:00:31: Ja, hallo.

00:00:32: Ich freue mich auch auf das Gespräch und leider geht das immer... so los wie sie loslegen und das spricht jetzt nicht für den Versuch Wahrheit und Wahrhaftigkeit zusammenzubringen.

00:00:46: Man sollte doch mit ehrlichen Formulierungen ein wichtiges Gespräch beginnen, aber das können sie offenbar nicht.

00:00:53: Ich finde, also ich habe mich da mit ihrer Frau drum unterhalten, Herr Korte.

00:00:56: Wir sind uns einig, da sie der beste aussehendeste Politiker ist.

00:00:59: Klar, aber wissen wir ja, liegt immer im Auge des Betrachters und das würde ich ja umgekehrt von meiner Frau auch sagen, die ich nicht nur liebe, sondern die natürlich auch die

00:01:08: beste.

00:01:08: Ist die auch Politikwissenschaften?

00:01:09: Frau

00:01:10: der Welt ist es doch ganz klar.

00:01:11: Herr Korte, zu Beginn kurz, etwas trauriger Anlass, wie das Sießmut ist gestorben, natürlich über viele Jahrzehnte eine der prägenen Figuren in der Bundespolitik.

00:01:21: Haben Sie persönliche Erinnerungen?

00:01:22: Das sind Begegnungen mit ihr?

00:01:24: Ja, viele Begegnungen mit ihr auch in den letzten Jahren gehabt, weil sie nach wie vor auch Kommissionen geleitet hat, beispielsweise auch diese deutsch-niederländische Kommission.

00:01:36: Da war ich einige Male dabei, auch aus der Nähe Duisburg, resultierend und das fühl mir jetzt einmal, weil wir diese Woche auch mit den Niederländern eine gemeinsame Workshop und Klasurtagung haben.

00:01:49: was bei den mitten Niederländern immer sehr interessant ist, weil der Parteienwettbewerb ja komplett anders ist als bei uns.

00:01:57: Andererseits sagt man vielfach die Holländer, die Niederländer vor uns, also was kann aus dieser Konstellation des Parteienwettbewerbs auch für die Bundesrepublikanische Parteienwettbewerbssituation folgen.

00:02:10: In diesem Kontext habe ich sie zuletzt getroffen, ist schon eine ganze Weile her.

00:02:17: Sie war mal Gastprofessorin bei uns an der NRW School of Governance, da natürlich auch ansonsten in dem Umfeld von Kohl und meinen Recherchen zum Kohl zum Entscheidungssystem spielte sie eine sehr große Rolle, weil sie eben auch eine Frau ist, typisch für Kohl, der sie in den ersten Jahren sehr stark gefördert hat, der sie unterstützt hat und damit unabhängige Leute, unabhängige Denker, Vordenker um sich geschadet hat.

00:02:50: Und das ist in den Jahren danach, in der späteren Phase, also das späte Kohl, sicherlich anders geworden, weil sie dann auch für ihn zu sehr vielleicht seine Kreise gestört haben, will ich mal so allgemein formulieren.

00:03:07: Aber die vielen Namen, die er im einen fallen, die Kohl alle gefördert hat, Da fallen aus der Ära Merkel eben praktisch keine Namen ein.

00:03:16: Das ist der große Unterschied.

00:03:18: Und sofern Süßmut nicht nur als emanzibatorische Vorkämpferin im Deutschen Bundestag als Parlamentspräsidentin, sondern eben auch in ihrer Rolle, die sie als Ministerin eingenommen hat bei Kohl und sehr stark in den Achtzigjahren mit der ganzen AIDS-Problematik.

00:03:40: sich beschäftigt hat, sie öffentlich gemacht hat, dafür geboren hat sich um diese Krankheit zu kümmern und maßgeblich dazu beigetragen hat, dass das eben eine öffentliche Auseinandersetzung zu diesem Thema gab und das ist wirklich interessant.

00:03:57: Also die hat eine Agenda gesetzt, maßgeblich und buchstäblich.

00:04:03: Und auch wenn es heutzutage, finde ich, immer komisch klingt, aber in der Zeit, in der sie dort in der Anfangsphase aktiver war, war das auch noch gar nicht selbstverständlich, dass Frauen diese deutenden politischen Ämter eingenommen haben oder gefördert worden sind.

00:04:16: Also sie war ja auch, sie haben eben, sie als emanzipatorische Vorreiterin bezeichnet, aber damals war von Parität ein Prinzip auch noch nicht viel zu erkennen.

00:04:26: Und da waren

00:04:27: ja eine starke Wissenschaftlerin, die also mit ihrer Expertise zu Frauenpolitik, Familienpolitik und diesen Dingen in die Politik ja kam.

00:04:39: Sehr stark auch so formuliert hat.

00:04:44: Man konnte ihr gut zuhören.

00:04:46: Sie hat sehr klar eindeutig formuliert.

00:04:50: Sie hat sehr gut auch zugehört.

00:04:53: Aber sie hatte immer eine Botschaft auch bei... den kleinsten Besprechungen.

00:04:58: Das war sehr interessant.

00:04:59: Ein sehr verbindlichen Ton, aber man konnte sich ihrer Präsenz auch nicht entziehen.

00:05:05: Eine kleine, unscheinbare Frau.

00:05:07: erst mal, aber wenn sie sprach, hat sie einen eingenommen.

00:05:11: Das war schon beeindruckend und das muss ja auch so sein, der noch damals viel dominanteren Super Männerwelt, in der da hätten sie ja auch damals super reingepasst, mit ihrem Führungsstil und ihrem Herangehen an die Themen.

00:05:28: Da hätten sie sich noch wohler als heute gefühlt.

00:05:30: Und da musste natürlich so eine starke Frau gegenhalten und das hat sie gemacht.

00:05:37: Und sie war durch und durch eine Parlamentarierin.

00:05:40: Sie auch ist auch nicht jeder, das finde ich auch interessant, nicht nur die Regeln, sondern den Diskurs, dadurch war sie wissenschaftlich eben geprägt, den Diskurs das beste Argument in Zentrum zurück.

00:05:52: Sie hat es damals leichter jetzt als andere heutige Parlamentspräsidentin, weil da die AfD noch nicht unterwegs war, so eine Pöbeltruppe.

00:06:02: Einzelne Pöbler gab es immer, aber nicht so massiv als Pöbelblock.

00:06:08: der Männerwelt, die es nur darauf anlegen, Leute aus dem Konzept zu bringen, die gerade vorne im Plenum stehen und reden.

00:06:16: Also das war jetzt eine sehr aus der Kohlzeit geprägte Figur, die über die Zeit hinaus sehr stark gewirkt hat.

00:06:29: Den Gedanken hatte ich jetzt schon ein, zwei Mal, als ich über Julia Klöckner nachgedacht habe.

00:06:33: und ich ja schon auch.

00:06:38: Sie hat jetzt als Bundestagspräsidentin schon an Format und an ihrem eigenen Stil gewonnen, Julia Knöckner, aber im Vergleich dazu dachte ich immer, sie hat es natürlich auch im Vergleich zu vielen Vorgängern wesentlich schwerer, weil dieser Bundestag vielleicht so schwer zu leiten oder zu führen ist, wie... Kein anderer ist immer ein sehr absolutes Merkmal, vielleicht weniger andere, aber das sind ja schon Herausforderungen, die ein solches Amt in den letzten Jahrzehnten ja nicht kann.

00:07:04: Ja und das politische Klima sich eben auch in der Debattenkultur verändert hat, dass wir alle gereizter sind, ganz offenbar, dass es viel schwerer ist, auch eine seriöse ruhige Sachdebatte überhaupt zu führen, dass diese die Erwartungshaltung gegenüber Empörungswogen einfach da ist und man nur wartet auf ein Fitzelchen im Gespräch, aus dem man was machen kann, es hoch zu ziehen und dann Leute versuchen, damit in eine bestimmte Ecke zu stellen.

00:07:35: Das ist ja das große Klima der öffentlichen Reizzeit, in dem eben auch ein Bundestag oder jedes andere Parlament sich auch zeigt.

00:07:43: und das dann zu leiten und zu managen, ist auch unter diesen Bedingungen schwerer geworden.

00:07:50: Ich habe übrigens große Hoffnung, dass Jülle Knöckner, sie hat schon erst zu überwiegendem Teil zugesagt, in der dritten Staffel von Rings Lokalrunde, meinem Livestockformat, vorbeikommt.

00:07:59: Das ist gut.

00:08:00: Das RC,

00:08:02: aber dann sollten sich auch mal vorbereiten.

00:08:06: Ja gut, bei solchen Gesprächspartnern bereite ich mich vor.

00:08:08: In diesem Podcast, das hängt ja immer von Gesprächspartner ab, das geht auch ohne.

00:08:13: Ja, okay, das kann ich natürlich nachvollziehen.

00:08:16: Also ein bisschen Hoffnungs trotz, den Sie jetzt wieder... an den Tag legen.

00:08:20: Das

00:08:20: ist aus Erzieherer sich der Sichterkorte, haben sie sich das gerade selbst eingefangen.

00:08:23: Sie haben angefangen im Kindergarten.

00:08:29: Ja, das ist ja Teil unserer Strategie, mit denen wir immer wieder Zuhörer und Zuhörerinnen zusätzlich gewinnen, weil ja das praktisch die Sache dann lebendig wacht.

00:08:43: Deswegen freue ich mich auch immer darauf, sie live zu erleben und festzustellen, dass sie nicht immer nur ein Avatar sind, sondern dass es sie wirklich zum Anfassen gibt.

00:08:49: Unter anderem am dritten März und dafür nochmal Werbung zu machen bei unserem Live-Podcast am Dienstagabend um neunzehnt Uhr in der VRM.

00:08:57: Wir haben tatsächlich schon viele Anmeldungen über unsere Ankündigung hier aus der Totschuhe erhalten.

00:09:02: Dafür danke ich mich und freue mich natürlich auch.

00:09:05: Und jeder, der jetzt noch kurz entschlossen ist, ist ja noch etwas Zeit oder sich noch nicht angemeldet hat, kann sich gerne unter Chefredaktion.

00:09:12: Anmelden und vor allen Dingen Karolos Korte mal live und vor allen Dingen Hinblick auf seine Anzugswahlen mit Sicherheit in Farbe erleben.

00:09:20: Ich freue mich auf jeden Fall.

00:09:22: Da

00:09:22: muss ich mir ja auch anzugstechnisch vorbereiten, wenn die Erwartung, das Erwartungsmanagement, dieser furchtbarer Begriff heißt, eben schon jetzt losgetreten wird.

00:09:32: Wir

00:09:32: haben noch gar keinen nicht bunten Anzug, Herr Korte.

00:09:34: Was ist denn das?

00:09:35: Da keine Vorbereitung.

00:09:36: Also die richtig bunten Anzüge erwarte ich jetzt bei Ihnen in den nächsten Tagen, wenn Fastnacht auf uns zukommt.

00:09:43: Ich bin vorbereitet.

00:09:44: Kleiner Cliffhanger für nächste Woche, da wird es um Politik und Fastnacht gehen, aber ich bin vorbereitet.

00:09:49: Okay,

00:09:49: ja, das ist schön, wenn Sie auch mal vorbereitet sind.

00:09:53: Aber es

00:09:54: gibt offenbar auch bei Ihnen.

00:09:56: Auf solche Dinge fällt es mir leichter, mich vorzubereiten.

00:10:01: Eigentlich ein Thema, über das ich heute mit Ihnen sprechen wollte, war, weil wir ja jetzt an der in die heiße Phase von Landtagswahlkämpfen vor allen Dingen natürlich geprägt hier in Rheinland-Pfalz stehen, aber diese ja auch wirklich eine Reihe von Landtagswahlen anstehen.

00:10:15: Sie als Politikwissenschaftler und jemand, der sich mit WLAN auskennt, was macht denn aus Ihrer Sicht eigentlich einen guten Wahlkampf aus?

00:10:24: Das Geheimnis ist erstmal übergeordnet, so einzuordnen, dass man Timing beachtet.

00:10:29: Das ist ein zentraler Punkt in der Politik, dass man flexibel auf neue Herausforderungen reagieren kann, weil die Planungen für Themen, für Abläufe, für Formate ja über ein Jahr vorher schon beginnt, in dem von den Generalsekretären eine regelgestartete Überlegung für Wahlkämpfe.

00:10:48: Also Timing ist das übergeordnet, aber die konkreten Sachen hängen natürlich mit dem politisch-kulturellen Umfeld zusammen, wie der Wählermarkt sich darstellt.

00:10:56: Also das ist immer eine Form von Zukunftskompetenz.

00:11:00: Die vermittelt werden muss es immer sowas wie eine Sicherheitsbotschaft für Sicherheitsdeutsche vor allen Dingen und auch nicht zu unterschätzen, sondern eine begrenzte Aggressivität, sonst wird man auch nicht auffallen.

00:11:11: Und das sind so drei Momente, die für Wahlkämpfe im Sinne einer Professionalisierung eine große Rolle spielen.

00:11:19: Welche Rolle spielt entweder das eine große Thema, was man sich setzt, um auch die Richtung des Wahlkampfes zu setzen, beziehungsweise vielleicht auch ein Slogan?

00:11:30: Ja.

00:11:33: Slogan ist wichtig, der sich so einprägt, dass man ihn kennt, dass man ihn zuordnen kann.

00:11:45: Die großen internationalen Wahlkämpfe, die wir gesehen haben, die zu Bändepunkten wurden wie Jesfi Kern und solche Dinge, das ist nicht so unterschätzen.

00:11:53: Und da tun wir es in Deutschland in der Regel etwas schwerer.

00:11:57: Die Holländer hatten ja jetzt auch einen Spruch.

00:12:03: Wir können es, oder ich weiß nicht mehr genau, in der Übersetzung, was sich auch durchgesetzt hat.

00:12:09: Das ist also kein Nachteil, wenn man sowas prägt.

00:12:15: Am Thema Timing finde ich immer wichtig und auch interessant zu betrachten.

00:12:20: Man kann sich ja ein Timing setzen und auf einen Höhepunkt mit Dramaturgie und anderen dem hinarbeiten, aber man ist ja auch nicht fern von äußeren Einflüssen.

00:12:31: und Faktoren, die dann so einen Wahlkampf ja nochmal komplett in eine andere Richtung lenken können.

00:12:38: Ganz prominent Bundestagswahlkampf mit Armin Laschet, weil es einfach so eine Bananität ist.

00:12:43: Er steht im Hintergrund und lacht kurz zum falschen Zeitpunkt, völlig aus dem Kontext gerissen oder nicht.

00:12:48: Aber es hat den ganzen Wahlkampf überstrahlt.

00:12:51: Das kriegt man dann noch nicht mehr eingefangen.

00:12:53: Schwierige Kribberwahlkämpfe verändern.

00:12:56: Natürlich Einstellungen.

00:12:58: Sofern lohnt sich Wahlkampf zu führen.

00:13:01: ist anstrengend in jeder Hinsicht für die Beteiligten.

00:13:05: Aber es verändert eben etwas.

00:13:07: und es gibt ja eine Frühwähler, gibt es Spätwähler, insofern muss man diese unterschiedliche Klientel auch bedienen.

00:13:17: Die Ausgangssituation ist, die eigenen Wähler für die Wahl zu mobilisieren, gar nicht die gegnerischen irgendwie zu erreichen.

00:13:25: Dieses Reinforcement, das Stärken der eigenen Kraft.

00:13:31: ist das entscheidende, sie aufzuwecken, praktisch zu sagen, es gibt jetzt Wahl, macht mit und lasst euch begeistern, steckt auch andere an, dass so der Kernpunkt, was Mobilisierung anbelangt.

00:13:43: Aber in Deutschland gilt eben nach wie vor, dass die Sachkompetenz, also diese Problemlösungskompetenz an erster Stelle steht für die Auseinandersetzung an der Wahluhrne, für Wählerinnen und Wähler und alles andere wie Glaubwürdigkeit, Führungsfragen.

00:13:59: auch Charisma, persönliche Sympathien usw.

00:14:02: nachgelagert sind.

00:14:04: Nicht unwichtig, aber nachgelagert sind.

00:14:06: Sofern muss man lösungsorientierte Themen vorstellen, die auch zu der Person, zum Programm passen, die glaubwürdig sind, dass man da nicht irgendwas einfach nur erfindet.

00:14:20: Das heißt, es braucht ein Zusammenspiel in so einem Wahlkampf zwischen einer erkennbaren Linie und Aussage, einem dazu passenden oder Gunnisten oder Spitzenkandidaten, der dann auch glaubwürdig das, was dort erzählt, ihm abgenommen wird, dass er dafür steht.

00:14:37: Ja, eine stimmige Geschichte.

00:14:40: Schlüssig ist, aufgereiht, die sich entwickelt, dass man da eine Linie erkennt, Wiedererkennungseffekte begleitet von Begrifflichkeiten, von Plakaten, von Sichtbarkeit, von Aktionen, von Formaten, diese Stimmigkeit.

00:14:58: Das ist wichtig, um sich als Wähler auch bestätigt zu fühlen, dass man auf dem richtigen Kurs ist, die richtige Partei, die richtige Person zu unterstützen.

00:15:08: Das ist also keine Irritation und Auslösen.

00:15:12: Und wir spüren als Wähler auch, ob so eine Partei hinter einer Person hinter den Protagonisten steht oder nur so einfach mitmacht.

00:15:21: Da hat man ein ganz feines Sensorium.

00:15:23: Das ist auch nicht so unterschätzt.

00:15:25: Wir haben in der letzten Woche über die Umfragen und den Einfluss von Umfragen gesprochen.

00:15:30: Interessant finde ich dort auch immer den Zeitpunkt.

00:15:33: In den anderen Falls hatte ja die SPD drei Prozentpunkte aufgeholt.

00:15:36: Und es gab diejenigen, die gesagt haben, das ist der Beginn der Aufrundag auf die die SPD wartet.

00:15:42: Es gab aber auch andere, die sagen, das ist ein Tick zu früh, weil es sind eben noch ein paar Wochen, welchen Einfluss können solche Umfragen oder wie welchen Einfluss kann dieses zu früh.

00:15:53: haben in so einem Wahlkampf.

00:15:55: Ja, Rheinland-Pfälzer, wenn ich richtig rechnen kann, müssen noch achtundvierzigmal schlafen.

00:16:00: Dann können sie wählen.

00:16:02: Und das ist auf der Strecke jetzt für die doch unerschlossenen Wähler noch eine lange Strecke.

00:16:10: Aber diese Wahl, Umfragen sind erst mal parteiintern hochrelevant für anstehende Parteitage noch oder einfach für die Straßenmobilisierung der eigenen Leute, dass man daran glaubt, dass man noch gewinnen kann, dass man eine Aufholjagd startet, die sich nur dadurch begründet, irgendwelche Messwert zu konstruieren.

00:16:33: Das hat ja mit der Realität sehr wenig oft zu tun.

00:16:36: Wir können einfach unterschiedliche Messpunkte hier bewerten.

00:16:40: Aber ist das, ab welchen Punkt ist es eine Aufholjagd?

00:16:43: Am welchen Punkt ist es das nicht?

00:16:44: Das ist ja doch oft eine strategische Profilierung, die man einsetzt.

00:16:48: Aber von der Wirkung... Auf die Wähler ist es noch nicht so wichtig, aber viel wichtiger ist es parteintern zu spüren.

00:16:57: Wir haben Unterstützung, so wie die Grünen eben auch in Baden-Württemberg sprunghaft zugenommen hatten.

00:17:03: Das hilft natürlich im Alltag des Wahlkampfs sehr stark.

00:17:09: Sind Ihnen aus den vergangenen Jahrzehnten ein Wahlkampf, den Sie im Nachhinein... als besonders gelungen empfinden würden, in Erinnerung geblieben und jetzt nicht nur gelungen, am Lamm das Ergebnis ist.

00:17:19: Das ist natürlich der entscheidende Messpunkt, aber auch gelungen im Hinblick dessen, was Sie gerade so zusammengefasst haben, wie ein Wahlkampf aussehen können.

00:17:27: Ja, ideal war ein Merkel-Wahlkampf, wie Sie auch, sehe ich jetzt noch vor mir, nur die Raute gesehen haben, gigantisch am Berliner Hoppernhof, wenn man rauskam an diesem ersten großen Cube.

00:17:43: Das war genial.

00:17:45: Alles, das Sie kennen mich, so alles auf einen Punkt gebracht hat.

00:17:51: Sehr stimmig.

00:17:52: Mobilisieren durch Polarisieren hat diese Partei ja nie gemacht.

00:17:56: Das war ja doch immer eine Form einer systematischen Versuch zu demobilisieren.

00:18:07: Das ist ja eher mit Merkel etwas, was wir... mit ihr in Verbindung bringen, weil sie auch persönlich zur Polarisierung gar nicht in der Lage war.

00:18:15: Also niemand wirklich aufregend durch so ein Wahlkampf.

00:18:19: Das ist ja das, was die Merkelzeit besonders geprägt hat.

00:18:23: Aber markante Dinge, die so stimmig waren, auch in Personen, fand ich auch Schröder-Lafontaine, den Wahlkampf damals sehr überzeugend.

00:18:34: Innovation und Gerechtigkeit, das passte zu beiden Personen sehr, sehr gut.

00:18:38: sehr schlüssig und hat ja dann in der Nachkuhlzeit auch so verfangen.

00:18:44: Und andershin gesprochen, was macht einen nicht gerade gelungenen Wahlkampf aus?

00:18:48: Dass wir die Botschaft gar nicht erzählen können, warum wir diese Partei oder diese Person jetzt eigentlich unterstützen sollen.

00:18:55: Worin unterscheidet sie sich eigentlich von anderen, wenn das so nicht erkennbar ist.

00:19:02: Und wenn man merkt, so eine Partei steht gar nicht dahinter, das war aber vielen Bundes-SPD-Wahlkämpfen der Fall, bei dem erst angeblich drei Männer es werden sollten, bei Steinbrück, Steinmeier und Gabriel, und dann war sich Rupzuck gar nicht verständigt hatte.

00:19:22: Einer wurde einfach ausgerufen.

00:19:24: Diese SPD-Wahlkämpfe sind eine Erinnerung, die auch zu Nichts am Ende führten, bei denen man gemerkt hat, da ist keine Loyalität der Partei hinter diesen Personen.

00:19:35: Das gilt aber gleichermaßen, wenn ich mir die Mehrzahl, also jetzt gerade nach Merkel, CDU-Wahlkämpfer ansehe.

00:19:43: Jetzt, weil ich laschet, hatten wir schon angesprochen, aber allein immer der Abstimmungsprozess zwischen CSU und CDU, und wenn dort nicht glaubhaft gelingt, dass es ein gemeinsamer Kandidat wird, sondern man das gesündert, derjenige aus München wäre, vielleicht doch gerne betenbezogen, damit fängt es ja dann schon an.

00:20:01: Deswegen war auch nicht der ausschlaggegende Punkt der Lacher.

00:20:04: Klar kann das so Game Chains sein, so ein besonderes Momentum.

00:20:08: So könnte man das auch einordnen.

00:20:10: Aber der Hintergrund war natürlich, dass diese Union nicht als Union gegenüber uns Wählern aufgetreten sind, sondern super uneinig, sehr schwer getan hat sich eben in der Nachmerkelzeit auf neuen Kandidaten zu verständigen.

00:20:23: Das war abfassbar tollbrich, sodass auch der Klassiker der der der Unions Wahlkämpfe die anderen Gegner niederzuschmusen praktisch.

00:20:33: unauffällig zu bleiben, fast schon im Schlafwagen irgendwie an Ziel zu kommen, da nicht funktioniert.

00:20:41: Und mit der Krönung, dass dann Söder am Wahlabend nach der Wahl quasi noch den letzten Nagel eingeschlagen hat und für Laschet dann auch noch die Tür einer Koalition zugemacht hat.

00:20:50: Ja, das stimmt.

00:20:51: Das ist jetzt auch nicht aus einem Unionguss gesprochen gewesen.

00:20:54: Ja, und die Parteien wechseln ja auch die Agenturen häufiger, sonst ganz wenige, die das sehr viele Jahre machen.

00:21:02: Agenturen, manche sind nur spezialisiert auf politische Dinge, manche machen eben große Produktwerbung auch.

00:21:09: Für die kann das am Ende auch ein Image Schaden bedeuten.

00:21:11: Es ist hoch riskant.

00:21:12: Es ist vor allem viel schwerer, als viel Produkt zu werben.

00:21:15: Aber es ist natürlich auch ein Reiz bei den großen Agenturen, sich so ein politischen Thema mal zuzuwenden.

00:21:23: Man natürlich auch seismografisch ein Gespür für Wählermärkte bekommen und die Wähler sind eben auch Konsumenten und insofern ist das auch nicht zu unterschätzen.

00:21:33: Und Sie haben es eben an dem Beispiel von Angela Merkel und der Rauter angesprochen.

00:21:37: Werbeagenturen stehen ja häufig in einem anderen Kontext für ein gewisses Maß an Kreativität.

00:21:42: Jetzt geben aber politische Wahlkämpfe Kreativität nur bis zu einem gewissen Maß.

00:21:47: Hier, an dem ich finde, das erfrischend wirkt und einfach mal anders und auf den Punkt getroffen, aber es gibt auch so diesen Kipppunkt, wo es halt dann komplett in die Hose gehen kann.

00:21:57: Das ist natürlich auch ein gewisses Risiko.

00:22:00: Ja, und die Mischung eben, dann unterschiedliche Öffentlichkeiten, die man erreicht, unterschiedliche Zielgruppen, Online, Offline.

00:22:07: Das ist gerade die Grad Wandern, Modernität oder Retro.

00:22:11: das alte Faltblatt oder der Haustür-Wahrkampf sind ja Retro-Elemente, die von denen wir nachweisen können, dass sie sehr stark wirken.

00:22:21: Diese Mischung macht es auch, wenn man meint, Plakate, was sollen Plakate noch?

00:22:25: Wir können nicht hundert Prozent nachweisen, wie sie wirken in der Richtung der Abgabe der Stimme, aber sie wirken.

00:22:31: Das kann man schon nachweisen in der Wahrnehmung der eigenen Partei, ob sie.

00:22:37: existiert, ob sie nicht existiert, wer die Plakate früher aufstellt, später aufstellt, da reagieren einfach Bürger drauf.

00:22:44: und bis zum Überdruss, wenn zu viel dieser Plakate stehen und vielleicht auch die Parkmöglichkeiten nehmen, das darf man Deutschland natürlich niemals, dass man irgendwie Parkraum irgendwie wegnimmt, weil diese Alternation natürlich das Kampfbereit nicht in Kauf nimmt.

00:23:02: Dann rückt auch die politische Botschaft in den Hintergrund.

00:23:04: Ja,

00:23:05: ja, kann man sagen.

00:23:06: Erkorte, vielen Dank für die Einschätzung in dieser Woche.

00:23:10: Ich freue mich total auf unseren Podcast nächste Woche, weil

00:23:13: wir dann... Ich freue mich immer auf den Podcast mit Ihnen.

00:23:16: Ich

00:23:16: freue mich auch immer, immer, aber nächste Woche immer, immer, immer, immer, immer, weil wir dort nämlich auf die politische Fastnacht in Mainz schauen und gegenseitig wahrscheinlich warm laufen, damit wir uns bei der Fernsehfastnacht... in die Hallen im Saal und... Ja,

00:23:31: wenn wir uns erkennen, ich weiß ja nicht, sie tragen ja wahrscheinlich lieber Vollmasken, sie sind gar nicht erkennbar, weil sonst als Chef-Redakteur müsste man sich so viel Unheil anhören, deswegen könnte ich Ihnen auch nur raten, mit Vollmaske dort reinzugehen.

00:23:45: Ich werde Ihnen nächste Woche bristen und das Geheimnis meines Konstruktes lüften in der Ordnungshaltung, dass Sie auch das Geheimnis Ihres Konstruktes lüften.

00:23:54: Und freue mich tatsächlich auf den Podcast nächste Woche, weil wir dort nämlich mit einer etwas politischen nährlichen Brille auf die Bedeutung von Politik in der Fernsehfassnacht schauen.

00:24:04: Wünsche Ihnen Herr Korte noch eine schöne Woche, ob Sie kommen gut rum.

00:24:09: Erleben wieder einiges, so kennen wir Sie.

00:24:11: Bedanke mich bei den Hörern und Hörern da draußen für die Aufmerksamkeit.

00:24:14: Verweise nochmal gerne auf unseren Live-Podcast am dritten März um 19 Uhr.

00:24:17: Anmeldung unter chefredaktion@vrm.de.

00:24:21: Ihnen da draußen und Ihnen Herr Korte eine schöne Woche.

00:24:23: Auf Wiedersehen bis nächsten Montag und Tschüss.

00:24:39: Und Tschüss.

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