Bonusfolge: Hinter den Kulissen unserer Demokratie-Tour
Shownotes
Wie viele Anzüge besitzt Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte? Warum wurde Dennis Rink einst Schulsprecher? Und woher rührt bei beiden die Leidenschaft für Politik?
Diese besondere Bonusfolge von Korte & Rink wirft einen dokumentarischen Blick hinter die Kulissen der Demokratie-Tour durch Rheinhessen. In einer reportagehaften Collage begleiten wir die beiden Hosts an ihren Marktstand, hören ihnen bei Gesprächen mit Passantinnen und Passanten zu und erleben, wie aus spontanen Begegnungen politische Gespräche entstehen.
Zwischen persönlichen Anekdoten und nachdenklichen Momenten entsteht ein lebendiges Bild der Menschen hinter dem Podcast – und eine kleine Momentaufnahme davon, wie Demokratie im Alltag wirkt, wenn man ihr ganz nah kommt.
Ein Angebot der VRM.
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00:00:00: Wir gehen auf Tour, weil wir gedacht haben die Demokratie steht unter Druck.
00:00:05: Es stehen Landtagswahlen an und wir wollen einfach mal mit den Leuten darüber sprechen ob sie sich von der Politik gesehen fühlen und wie Sie sich in unserem demokratischen System so fühlen.
00:00:13: Weil wir als Medienunternehmen, finde ich immer aber gerade vor Wahlen eine besondere Rolle haben um den demokratischen Diskurs zu fördern.
00:00:20: Um Möglichkeiten für demokratische Diskurses zu schaffen mit Leuten ins Gespräch zu kommen und dort auch vermittler zu sein zwischen Politik und zum Beispiel den Wählerinnen und Wählern Und um das aufs Gleiszusetzen zu ermöglichen haben wir gedacht Wir gehen mal zwei Tage auf Tour und sprechen mit den Leuten über Demokratie.
00:00:58: Ich habe ein Geschenk bekommen.
00:01:01: Ich könnte mir vorstellen, dass da noch mehr aufmerksame Hörer kommen, die haben bestimmt alle was dabei.
00:01:08: Tolle Idee!
00:01:09: Vielen Dank.
00:01:09: aber ich bin ja ganz beschämend, jetzt auch noch Mutterkugel anzunehmen und sie wohnen in der Innenstadt oder?
00:01:16: Nee, in Montbach.
00:01:17: Ach im
00:01:17: Montbach!
00:01:17: Ich bin jetzt auf dem Weg
00:01:18: zur Arbeit.
00:01:19: Machen wir mal ein Foto.
00:01:22: Oder machen wir den Helm weg?
00:01:43: Die Gesellschaft ist sehr politisiert, überall wo es Formate gibt dass man auch über Politik reden kann kommen sehr viele Menschen.
00:01:51: Sie sind sehr meinungsstark unterwegs wissbegierig möchten Orientierung haben weil sie unsicher sind wie sich was entwickeln.
00:02:01: Und das ist ja die präzisste Form von Demokratie, dass Analoge geradezu das Altanaloge, das Gesprächsformat, ist durch nichts ersetzbar.
00:02:12: aus dem Gespräch.
00:02:13: Entwickeln sich die Sichtbarkeit unterschiedliche Interessen, die verhandelt werden müssen und das ist die Demokratie als Kennzeichen.
00:02:22: Das Besondere an der Form ist die Willensbildung, die keinen ausschließt man sich auch gemeinsam dazu verpflichtet, am Ende mit einer Mehrheit zu entscheiden und das auch zu akzeptieren.
00:02:35: Diese Akzeptanz setzt wiederum voraus, dass man die, die dazugehören meint zu kennen, einschätzt zu können, dass ein Zugehörigkeitsgefühl entsteht.
00:02:45: Sonst wird man nicht akzeptiert, dass bei einer Entscheidung vielleicht nicht zur Mehrheit sondern zur Minderheit dazugührt.
00:02:52: Unter Druck ist die Demokratie, weil viele den Eindruck haben, dass sie eben nicht ausreichend beteiligt werden an Entscheidungen.
00:02:59: und das Sie, dass die beiden großen Versprechen einer liberalen Demokratie den sozialen Aufstieg.
00:03:06: Und auch das Versprechen, dass es auch Lösungen gibt.
00:03:11: Alltagslösung für Probleme, die anstehen, auch nicht einlöst.
00:03:16: So dass dieser doppelte Druck praktisch aufstiegsversprechen und geringe Problemlösung mächtig wirken.
00:03:24: Hinzu kommen andere Faktoren wie zunehmende Unübersichtigkeit, Unsicherheit, Komplexität, Radikalität und vor allen Dingen über die Medien getriebene intensive Gereizzeit von Menschen, von Bürgern, von Wählern aber eben auch von Politikern Und das ist schwierig in dieser Melange damit umzugehen.
00:03:51: Hallo, Jus.
00:03:53: Haben Sie was Neues?
00:03:54: Was
00:03:54: Neues?!
00:03:55: Nee, das ist das Gleiche!
00:03:58: Wir reden über Demokratie... Okay, Glückwunsch an
00:04:03: Kreuzen
00:04:04: und Themen.
00:04:05: wichtiges zum Beispiel.
00:04:09: Die Themenbistik wäre eine Wahl.
00:04:10: Genau, es geht ja um die
00:04:11: Landtagswahl.
00:04:12: Ja ich finde man merkt schon dass es eine gewisse Zurückhaltung gibt Manche Leute das skeptisch drauf blicken, aber die Leute, die mit uns sprechen auch sehr für Demokratie-Werben und sich auch dafür vereinsetzen.
00:04:26: Und natürlich aber auch mit Blick auf die allgemeine Zeitung immer mal ein bisschen kritisches Feedback uns
00:04:30: geben.".
00:04:34: Ja, schon cool finde ich.
00:04:35: Also dass hier Leute vorbeikommen und aus dem Podcast Korte da Mozartkugeln vorbeibringen oder eine treue Hörerin vom Algoaia-Kesestand Desandra uns vom Einzerwochenmarkt extra Käse vorbeipringt um das sie dann extra herkommen und uns was bringen.
00:04:48: Das merkt man schon, dass die auch eine gewisse Identifikation mit dem Podcast haben.
00:04:52: Dass es einfach allregelmäßig hören und ja auch in Verbindung offensichtlich vor allem zu Korte aber vielleicht auch zu mir haben.
00:04:58: Und das ist natürlich total tolles Feedback für uns wenn wir so ne Stammhörerschaft haben.
00:05:03: Wie geht es weiter, was machen wir uns nächstes?
00:05:05: Als Nächstes geht's nach Kirchheim-Bohlanden ans Nordfalsgymnasium.
00:05:09: Da wartet ein Sozialkunde-Leistungskurs auf uns und das ist natürlich total spannend um mit den Schülern darüber zu sprechen wie sie eigentlich Politik erleben und wie Sie sich in diesem demokratischen Umfeld bewegen und ob tatsächlich Sie das Gefühl haben dass Politik auch sich mit Ihren Problemen beschäftigt und ehrlicherweise bei der Diskussion ums Wahlalter überhaupt wählen gehen.
00:05:33: Ich hatte tatsächlich Sozialkunde-Leistungskurs und mit einem engagierten Lehrer, der uns auch viel über Politik beigebracht hat.
00:05:43: Wie Politik funktioniert?
00:05:45: Und über Systemfragen hinaus finde ich Sozialkund, dass Fachhote diesen aktuellen Puls der Zeit immer mit ihnen im Unterricht reinbringen kann.
00:05:53: Das hat er gemacht!
00:05:55: Es stieß dann schon auf ein vorhandenes Grundinteresse von mir auf Politik und das hat sich eigentlich ganz gut ergänzt.
00:06:01: Ja, ich konnte tatsächlich schon damals meinen Mund nicht halten und war wirklich Schülersprecher an der Schule.
00:06:08: Und wir haben damals im Landtagswahlkampf two-thausend sechs habe ich als Schülerschrecher in der Podiumsdiskussion organisiert mit Landtagskandidaten und hatte die bei uns in die Aula eingeladen und die Oberstufe hat zugeguckt und ich hatte mir lustigerweise damals den damals stellvertretenden Chefredaktor Stefan Schröder von der Allgemeinen Zeitung hier habe ich angeschrieben, habe gesagt Herr Schröder könnten Sie mir quasi helfen damit ich das nicht alleine moderieren muss.
00:06:31: und dann hat er das natürlich auch gerne gemacht.
00:06:33: Und dann haben wir diese Podiumsdiskussion da auf die Beine gestellt und es war vom Organisationsaufwand her schon krass für uns.
00:06:40: als Schüler hatte man natürlich Spaß gemacht und deswegen mache ich das wegen heute so gerne PodiumsDiskussionen mit Schülern an Schulen weil ich mich ganz gut reinversetzen kann wie's denen geht und wie aufgeregt sie vielleicht sind und unterstützt dann natürlich gerne mit dem was ich in den letzten Jahren dazu gelernt hab.
00:07:05: Du hast ja bei dem Gespräch ganz deutlich gemerkt, was das für eine Wirkung hat.
00:07:09: Dass er ja quasi der Übermittler von Politik vor Ort ist also indem er sich einsetzt die Menschen hört mit ihnen redet und wenn das kann ihre Probleme löst ist es ja genau die Anforderungen die Leute an Politik haben.
00:07:22: und dann der sie auch manchmal vielleicht verzweifeln und dass er das direkt vor Ort macht zeigt einfach den Leuten direkt an der Basis, dass Politik für sie auch da sein kann.
00:07:31: Weil ja häufig dieser Politik verdruss steht das die da oben sich gar nicht mit uns beschäftigen.
00:07:36: und deswegen finde ich diese Rolle von Kommunalpolitikern Im Ortsbeirat ja sogar ehrenamtlich.
00:07:41: Ortsvorsteher kriegen eine Entschädigung dafür, aber das ist jetzt kein hauptamtlicher Beruf.
00:07:46: Dass die das in ihrer Freizeit machen, ist manchmal nicht vergnügungssteuerpflichtig.
00:07:50: Er gibt auch als Ortsforster in seinem Stadtteil komplett die Anonymität auf.
00:07:53: Also überall kann er gar nicht mehr einkaufen gehen oder irgendwo hingehen weil er immer der Ortsversteher ist und es ist immer der Ansprechpartner für alles.
00:07:59: Und das zu machen und diesen Wert da drinzusehen, das finde ich total wertvoll und krass dass sie das machen.
00:08:05: Einmal kann man natürlich schon ehrenamtlichen Tätigkeiten und Bezahlentätigkeiten auch hier, finde ich klar unterscheiden.
00:08:13: Dann ob man ein gewähltes oder ein erwähltes Amt hat ist auch ein Unterschied also ob man Mandatsträger ist oder in der Politik mitarbeitet.
00:08:22: Das ist ein Riesenunterschied und der größte besteht natürlich darin dass in der Schnelligkeit Komplexität die Berliner Republik praktisch für viele Unvorstellbar anders ist als die politische Arena in der Kommune im Land, auch in der Stadt.
00:08:43: Wenn man parteilos ist, macht man dann eigentlich auch Parteitage?
00:08:47: Gute Frage!
00:08:49: Nein, dann ist man nur mit sich selbst unterwegs.
00:08:51: Das ist das Problem wie man sich koordiniert und auch mit anderen sich schneller zusammenschließen kann.
00:08:58: Wir kennen das ja von allen anderen Konferenzen dass sich die Partei-Farben vorab abstimmen und damit auch zu einer eigenen Willensbildung beitragen.
00:09:07: Diese müssen sich praktisch immer nur mit sich selbst abstellen.
00:09:19: Aufgeregt bin ich nicht, aber konzentriert.
00:09:22: Und zwar auch fokussiert auf die Zielgruppe, die vor mir sitzt.
00:09:27: Welche Erwartungshaltung haben Sie?
00:09:29: Das ist schon für mich eine Herausforderung, mir das klarzumachen.
00:09:34: In der Konzentriertheit beim Fernsehminus auf zwei drei vier Minuten ist es wie eine ... Prüfungssituationen, aber da hilft keine Aufregung.
00:09:43: Aber eine Konzentration ist da.
00:09:46: Es gibt einen Ankleideraum, das gibt es durchaus, aber bei Anzügen glaube ich habe nicht mehr als andere auch.
00:09:52: Das ist übertriebene Wahrnehmung.
00:09:58: Ich arbeite natürlich am liebsten mit professionellen Akteuren zusammen und hab mir das auch früh angewöhnt darauf zu achten wenn mich jemand fragt ob ich etwas mache weil ich am meisten davon auch lerne wie sie fragen Was sie fragen, weil ich dann auch merke das ist das Interessenfokus der in Öffentlichkeit gerade eine Rolle spielt.
00:10:21: Und klar die größte Auszeichnung finde ich liegt immer darin dass man erkennt, dass einer auch zuhört und aus dem Zugehörten dann eine neue Frage formiert und nicht irgendwas nur abarbeitet was man sich vorher oder irgendeine Redaktion für eine arbeitet.
00:10:37: Bei Dennis Rink ist einfach das Interesse Von mir liegt auch daran, wechselseitig ganz unterschiedliche Rollen zu bespielen.
00:10:46: Dadurch erwächst ja eine Dynamik also die zuweilen Situationskomik entsteht dass wir uns wechsel- seitig auf den Arm nehmen.
00:10:54: Dass wir uns nicht ernst nehmen das ist eine Form von politischen Kabarett was wir vorführen aus Rollendifferenz heraus.
00:11:01: Das zu bespielen ist einfach ne große Freude und es auch belebend für mich selbst.
00:11:07: und andererseits sehe ich mich durchaus in einer klassischen Rolle oder erkenne ich mich wieder, weil ich schon als junger Mensch gigantische Hochachtung vor Chefredakteuren hatte.
00:11:20: Weil ich auch gerne und viel immer auch Verzeitungen schon geschrieben habe und das war die höchste Hürde, den konnte man ja nie ansprechen.
00:11:27: Das waren ja Könige!
00:11:29: Und vielleicht wirkt es noch nach...
00:11:36: Ich
00:11:37: kam her vorstellen und hoffe auch, dass sich eine Demokratie so wie wir sie kennen als parlamentarische Demokratie immer auch in einem veränderten institutionellen Setting wiederfindet.
00:11:47: Wir merken das ja beispielsweise dadurch, dass wir Wahlen nicht mehr irgendwie händisch machen.
00:11:55: Wir können ja das durch die Briefwahl schauen aber vielleicht können wir sie fundamental alle am Ende online durchführen.
00:12:02: es wäre jetzt ein Beispiel Dass also durchaus durch den Strukturwandel von Techniken auch sich Instrumente und Praktiken der Demokratie verändert, das glaube ich schon.
00:12:11: Aber die Grundsatzidee eine organisierte Freiheit so zu handhaben wie wir es kennen über Repräsentationsverfahren gewählte Akteure, die für uns zu einer Entscheidungslegitimation kommen, das glaub' ich wird so bleiben.
00:12:30: Einmal munitioniert man sich natürlich mit Argumenten Aber noch wichtiger ist nicht das dagegen, sondern dafür.
00:12:37: Für was möchte man sich einsetzen?
00:12:39: Die Leidenschaft für Freiheit zu entwickeln und das zu übersetzen auch in Demokratie-Erlebnisse zu überführen – das geht davon
00:12:47: aus.".
00:12:57: Das war Korte & Ringg ein Podcast der VRM von allgemeiner Zeitung Wiesbadener Kurier, Darmstädter Echo und Mittelhessen.de.
00:13:06: Redaktion und Produktion Dennis Ringg und Mike Dornhöfer.
00:13:10: Habt ihr Themenwünsche, Feedback-, Anregungen oder Kritik?
00:13:14: Dann schreibt uns gerne eine Mail an audioatvm.de.
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